Der Psychoanalytiker Viktor Tausk pr?gte 1919 den Begriff ?Beeinflussungsapparat?, um damit paranoide Wahngebilde zu bezeichnen. Die Psychiatriepatienten f?hlten sich von Medien und Maschinen manipuliert, bedroht und hypnotisiert. Die vorliegende Studie ?bernimmt den Begriff, verwendet ihn jedoch als Beschreibungskategorie f?r eine grundlegende Problemlage: An historischem Material wird die These plausibilisiert, dass es Kulturen des Medienwahns gibt, die weit ?ber den psychiatrischen Befund hinausweisen. Sobald Medien im Spiel sind, kommt deren Doppelcharakter zur Geltung: Sie sind einerseits lebensnotwendig f?r Kommunikation, Wissens- und Kulturerzeugung. Andererseits bieten sie das Instrumentarium f?r kriminelle, politische und geheimdienstliche Machenschaften. Entlang der medientechnologischen Entwicklungen und historisch gepr?gter Wahnformen f?hrt das Buch zu der beunruhigenden Tatsache eines grunds?tzliches T?uschungsdilemmas: Homo mediales lebt - heute mehr denn je - in einer H?hle, in der die Grenze zwischen Wahn und Wissen unscharf ist.