Ph?nomenologie ist den Bewegungsformen auf der Spur, mit denen sich menschliche Existenz individuell und sozial zu verwirklichen sucht. In der ?bernahme des Erbes der ,Lebensphilosophen' Dilthey, Nietzsche und Bergson tritt dabei ein Begriff von Leben in Funktion, der von ph?nomenologischen Standpunkten selten ausgewiesen wird, sie aber umso wirkm?chtiger durchherrscht - vom Leben des Subjekts bis zum Konzept der Lebenswelt, vom faktischen Leben zum Dasein der Fundamentalontologie, vom Leben der transzendentalen Subjektivit?t zum Lebensbegriff der radikalen Lebensph?nomenologie. Die Frage nach dem, was menschliches Leben ist und welche M?glichkeiten es hat, steht damit im Zentrum von Ph?nomenologien wie insbesondere derjenigen von Husserl, Nishida, Scheler, Ortega y Gasset, Heidegger, Fink, Pato? cka, Rombach, Levinas und Henry.
Besondere Brisanz erh?lt der Bezug auf das Leben dort, wo verhandelt wird, inwiefern ph?nomenologische Theorie sich auf das Leben dem Leben gem?? zu beziehen wei? und einen vortheoretischen Modus des Lebens zu transformieren vermag. Daher gipfelt alles in der Frage: Ist ph?nomenologische Epoch? in der Lage, sich selbst so zu bestimmen, dass ihr Zugriff nicht vom Leben distanziert, sondern es vielmehr zu sich selbst befreit?